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"Frieden in Gerechtigkeit"
Basel 1989: Die Erste Europäische Ökumenische Versammlung

Premiere auf neutralem Boden, im Dreiländereck am Rhein. Am Ende der Epoche des Kalten Krieges, wenige Monate vor dem Fall der Mauer und den Revolutionen in Osteuropa versammelten sich alle in der Konferenz Europäischen Kirchen und im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen vertretenen Kirchen: Katholische, evangelische, anglikanische, altkatholische, freikirchliche und orthodoxe Christinnen und Christen kommen zu einer ersten europäischen Versammlung zusammen.

Die Zusammenkunft will den von der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1983 in Vancouver angestoßenen "Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" auf europäischer Ebene vorantreiben.

Die Veranstalter haben sich die Aufgabe gestellt, die Gemeinschaft zwischen Christinnen und Christen in ganz Europa zu stärken.

Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Ökumene in Europa ist das Schlussdokument der Versammlung, an der neben den 700 Delegierten der europäischen Kirchen auch zahlreiche weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligt sind.

Viele glauben an ein langsames Wachsen ihrer Verbindungen: Gruppen und Initiativen an der Basis wollen sich informieren und ihre Aktivitäten miteinander und mit denen von Frauen und Männern in den Kirchenleitungen verbinden. Wenige Monate später erlaubt die Reisefreiheit in Mittel- und Osteuropa unbürokratische und regelmäßige Kontakte. Die europäischen Netzwerke wachsen nach dem Fall der Berliner Mauer sehr viel schneller als die Teilnehmenden es je zu hoffen gewagt hatten.

Auch auf politischer Ebene bietet sich nach der Überwindung der Teilung Europas in unerwarteter Weise die Chance, gesamt-europäische Optionen zu denken und zu gestalten. Der europäische Einigungsprozess bekommt eine neue Dimension.

Friede in Gerechtigkeit – nie wurde ein visionäres Motto so schnell greifbare Wirklichkeit.